Fallbeispiel Identity Workshop: "The Jewish Experience of Modern Germany"

Ausgangslage:

Junge US-amerikanische jüdische Studierende und andere MultiplikatorInnen bereisten Europa für mehrere Wochen als ausgewählte TeilnehmerInnen des internationalen Programms "Bridge of Understanding". Ziel der Veranstalter ist, das heutige Deutschland als Teil der europäischen Gemeinschaft kennen zu lernen und vor Ort einen eigenen Eindruck von der politischen Situation in Deutschland und dem Verhältnis von Deutschen zu ihren jüdischen MitbürgerInnen zu gewinnen. Die Teilnehmenden waren nach der Emigration die erste Generation, die nach Deutschland reisen wollte, mitunter sogar gegen den Einspruch von Familienangehörigen. Daher sollten sie die Gelegenheit bekommen, mögliche Vorbehalte abzubauen und ein aktuelles Deutschlandbild zu gewinnen. Eine Station unter vielen anderen einer Europareise, während der Möglichkeiten zu Gesprächen mit Spitzenpolitikern und Begegnungen mit deutschen Studierenden arrangiert wurden, war ein dreitägiger Workshop, den ich leiten sollte.

Vorgehensweise:

Im Projektteam legte ich gemeinsam mit den Organisatoren und der Programmleiterin die Ziele fest. Wir entschlossen uns, einzelne Elemente des Trainingsprogramms "A World of difference®" des Instituts der Anti-Defamation-League zu planen und vorzubereiten, da diese sich in ihrem Konzept auf Selbstreflexion und biographische Anbindung sowie auf Perspektivenwechsel konzentrieren. Die Kombination von methodischen Modulen im Rahmen der übergeordneten Ziele gewährleistete eine prozessorientierte flexible Anpassung des Workshops an den jeweiligen Stand der Diskussion in der Gruppe und die Selbstverortung der einzelnen Teilnehmenden. Das Moderationsteam wurde binational und bireligiös zusammengestellt, der zweite Moderator war Gady Gronich, Direktor von European Hillel (Foundation for Jewish Campus Life).

  • Educational Objectives

    1st day: Encounter personal Identity and people from other cultures, countries and religions, get an outside view of oneself

    2nd day: Move perception, cognition and judgment: Becoming a Group

    3rd day: Construct new frames of references

  • Interactional Categories (Objectives): Atmosphere (easy, open), group communication (different forms, space to explain, attention), conflicts (possible), moderation (supporting, catalytic) Workshop (realized version)

    1st day:
    • Get to know each other : "The Name Game" (Exercise)
    • Identity Molecule: 4 Questions (Exercise)
    • Flashlight: Discussion
    • Welcome reception at Bavarian State Chancellory, Discussion with the host Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, Minister of State at the Bavarian State Chancellory
    • Welcome Dinner in the Center for Applied Political Research, Munich, Host: Prof. Dr. Dr. h.c. W. Weidenfeld, Coordinator

    2nd day:
    • Cluster reasons for the journey
    • Open Space: My future Europe...
    • Podium discussion with Dr. Erhard Busek, former Vice Chancellor of the Republik of Austria and Jannis Sakellariou, Member of the European Parliament

    3rd day (realized):
    • Presentation of Group Experiences
    • Identity Discussion

Bei der Evaluation in der Projektgruppe im Anschluss an den Workshop und das Gesamtprogramm wurden aus den Erfahrungen der LeiterInnen und aus den Rückmeldungen der Teilnehmenden Modifikationen für das Folgeprogramm erarbeitet.

Ergebnis

Rückmeldung von Dr. Dagmar Weiler, Direktorin von "Bridge of Understanding":
"(...) Unsere amerikanischen Gäste waren sehr begeistert von der Art und Weise, wie Sie das Europa-Seminar in Gauting moderiert und geleitet haben. Auch dank Ihrer Mitarbeit und Ihres Engagements wurde unser Seminar von den Amerikanern als wichtige Bereicherung empfunden, die sie nicht missen möchten. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie auch in den nächsten Jahren an unserem Programm mitarbeiten würden (...)."

Fallbeispiel: Konzeptentwicklung: Curriculum Islam und arabische Kulturen